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14ALTEL1ME1 Immer mehr junge Griechen1 suchen ihr Glück in Deutschland. Sie hoffen auf Jobs und die Hilfe ihrer Landsleute vor Ort. Sie organisieren sich im Internet - und doch gehen nicht alle Träume in Erfüllung2. Die Facebook-Gruppe Greek-Berliners hat über 1350 Mitglieder und wächst täglich weiter wie die Zahl der
14ALTEL1ME1 Immer mehr junge Griechen1 suchen ihr Glück in Deutschland. Sie hoffen auf Jobs und die Hilfe ihrer Landsleute vor Ort. Sie organisieren sich im Internet - und doch gehen nicht alle Träume in Erfüllung2. Die Facebook-Gruppe Greek-Berliners hat über 1350 Mitglieder und wächst täglich weiter wie die Zahl der Griechen, die nach Deutschland ziehen. 5 Die Krise hat eine Wanderungsbewegung in Gang gesetzt und Deutschland, so hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung festgestellt, ist das wichtigste "Zielland3". 8900 Griechen, fast doppelt so viele wie vor der Krise, kamen allein in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres nach Deutschland. Die immer noch gute wirtschaftliche Lage lässt die Zuwanderer4 auf Arbeit hoffen. 10 In Berlin zum Beispiel bekommt der deutsch-griechische Kulturverein Exantas immer mehr Anfragen. Vor sieben Jahren von sieben Leuten gegründet, hat der Verein nun fast 100 Mitglieder und sucht Büroräume für die Beratung der griechischen Neuberliner. Exantas bietet Hilfe bei den ersten Schritten in die deutsche Bürokratie. Exantas hat keine Arbeit zu vergeben. Einer der Gründer von Exantas, Ingenieur und Sohn griechischer Gastarbeiter, 15 lebt seit den 1970er Jahren in Berlin und ist erschüttert5 über die Probleme seiner Landsleute. Selbst auf seiner Privatnummer meldeten sich verzweifelte6 Jobsuchende, erzählt er, hoch qualifizierte Leute mit zwei Studienabschlüssen, die sich schrecklich fühlten, ihren Eltern auf der Tasche zu liegen7. Die Situation seines Heimatlandes, dessen junge Generation gerade auswandert, nennt er eine "Tragödie" – und kann trotzdem jeden 20 verstehen, der geht. Schließlich, sagt er, würden auch die Griechen im Ausland ihr Land niemals vergessen. Berlin ist dafür nicht unbedingt ein idealer Ort, auch hier liegt die Arbeitslosigkeit hoch, bei rund 13 Prozent. Aber Berlin ist international und für Künstler und Kulturschaffende der richtige Ort. So sieht es die Neuberlinerin Elpiniki Zervou, einst Opernsängerin an der 25 Athener Oper, jetzt Star einer deutsch-griechischen Co-Produktion an der Neuköllner Oper. Ihr Engagement an der kleinen Berliner Bühne ist eine Chance für sie und für das deutsche Publikum. Berlin, sagt die Sängerin, habe sie immer fasziniert – die Krise Griechenlands sei nur einer der Gründe gewesen für ihre Emigration. Und nun? Sie wird in ein 20-Quadratmeter-Zimmer in Schöneberg einziehen, das sie mit 30 ihrem Freund teilen wird. Auch er hat sich zum Sprung nach Deutschland entschlossen, ein Fotograf, der früher im Tourismus jobbte und nun „jede Arbeit“ annehmen würde. Jede Arbeit annehmen – das hören derzeit fast alle griechischen Besitzer von Unternehmen und Tavernen von