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DOKUMENT A Nach: DOKUMENT B Maik und Tschick kommen aus zwei unterschiedlichen Welten: Maik wohnt in einer Villa mit einem Swimmingpool. Tschick kommt aus Russland und ist arm. Doch haben die beiden 14-Jährigen etwas gemeinsam: In ihrer Schule sind sie Außenseiter.1 Nach den Osterferien brachte unser Geschichtslehrer einen neuen Schüler
DOKUMENT A Nach: DOKUMENT B Maik und Tschick kommen aus zwei unterschiedlichen Welten: Maik wohnt in einer Villa mit einem Swimmingpool. Tschick kommt aus Russland und ist arm. Doch haben die beiden 14-Jährigen etwas gemeinsam: In ihrer Schule sind sie Außenseiter.1 Nach den Osterferien brachte unser Geschichtslehrer einen neuen Schüler in die Klasse. Der neue Schüler hieß Tschick. Tschick kam aus Russland und lebte seit vier Jahren in Deutschland. Er wohnte in einem dieser hässlichen Hochhäuser. Weil er arm war. 5 Das sah man auch. Tschicks Klamotten waren alt, dreckig und zerrissen. Und sie waren billig gewesen. Tschick machte im Unterricht nicht mit. Wenn ein Lehrer ihn etwas fragte, sagte er: „Ja” oder „Nein” oder „Weiß nicht”. Er störte aber auch nicht. Tschick hatte keine Freunde und er suchte auch keine. 10 Einige Wochen später. Nach der Schule sprach mich Tschick an. Wir hatten noch nie miteinander geredet. Und ich glaube, er hatte noch nie jemanden vor mir angesprochen. „Tolle Jacke”, sagte er. „Ich kauf sie dir ab.” „Das ist meine Lieblingsjacke”, antwortete ich. „Die verkauf ich nicht.” 1 der Außenseiter (-): le marginal, (ici : enfant un peu à part) 2/5 19AL2TEG11 15 Tschick ging weiter neben mir her, sagte aber nichts. Dann kamen wir zu den Hochhäusern, wo Tschick wohnte. Wir verabschiedeten uns und Tschick ging nach Hause. Ich fand ihn ganz nett. Am nächsten Tag spielten wir stundenlang Computer. Als wir abends im Garten saßen, sagte Tschick: „Und wenn wir einfach wegfahren? ” 20 Ich dachte kurz nach. „Und”, fragte ich ihn: „Angenommen, wir machen das. Wo sollen wir denn hin?” „Ich hab einen Opa in der Walachei. Den könnten wir besuchen.” „Wo? In der Walachei? Es gibt keine Walachei. Walachei ist wie Pampas. Plattes Land. Da ist nix los.” 25 „Wie, es gibt keine Walachei? Mein Opa wohnt aber in einem Land, das heißt Walachei. Und da fahren wir morgen hin.” Tschick war wieder ernst geworden. Ich auch. Wir redeten noch eine Weile, tranken Cola und aßen Chips. Und ich muss sagen: Ich hatte mich noch nie mit jemandem so gut verstanden wie mit Tschick. Bevor ich ins Bett ging, googelte ich noch nach 30 Walachei. Das ließ mir jetzt keine Ruhe. Und – ihr werdet es nicht glauben: Tschick hatte recht! Die Walachei gab es wirklich! Am nächsten Tag ging es los, Richtung Walachei. Nach: Wolfgang HERRNDORF, TSCHICK in einfacher Sprache, 2013 DOKUMENT C Franzcesca